Vienna, 2004

Happy at School : Demokratische SchuleDas ist ja eine schwere Frage, mit diesem 'Wie' in Klammern. Ohne diesen 'Wie' hätte ich einfach 'Ja' antworten können, weil ich viele erfolgreiche demokratische Schulen kenne. 'Demokratische Schule: geht das?' 'Ja.' Fertig.

Aber auf dieses 'Wie' muss ich auch versuchen zu antworten. Mein erste Aufgabe ist demokratische Erziehung zu definieren. Wenn es mir gelingt, werden Sie verstehen, warum eine kurze Antwort einfach unmöglich ist.

Jeder, der in der demokratischen Erziehung arbeitet, hat seine eigene Vorstellung davon. Ich werde Ihnen natürlich nur die meinige erklären, aber sie ist ziemlich umfassend, und viele Anderen könnten leicht einen Platz für die ihrige darin finden. Ich kenne aber einige gute demokratische Erzieher, die ganz sicher sind, dass ihre eigene Methode die einzige wahre demokratische Methode ist, und meine umfassende Definition für eine Art Ketzerei halten. Meiner Meinung nach ist so eine Einstellung tyrannisch und gar nicht demokratisch, aber ich finde es schwer, meine eigene Einstellung klarzumachen.

Ich bin aber besser qualifiziert als die meisten alteren Leute, ein allgemeines Konzept von demokratischer Erziehung zu definieren. Meine Qualifikationen sind die folgenden. Ich habe fast dreissig Jahre in Dartington Hall School gelehrt, die eine ziemlich freie demokratische Schule in England ist, und als diese Schule von ihren Treuhändern geschlossen wurde, habe ich eine neue Schule mitbegründet, die Sands School heisst, wo die Kinder noch freier sind und mehr Macht haben. Als ich sechzig Jahre alt war, habe ich mich zurückgezogen, und nachher habe ich demokratische Schulen auf der ganzen Welt besucht und Bücher darüber geschrieben. Ich bin also echt sachkundig.

Obwohl ich viele erzieherische Anstalten als demokratisch bezeichnen würde, womit Andere nicht einverstanden sein würden, brauche ich doch diesen Ausdruck, um etwas Genaues zu beschreiben. Für mich bedeutet demokratische Erziehung kein besonderes System; sie bedeutet eine besondere Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern. Um eine Idee von dieser Beziehung zu illustrieren, werde ich zwei Beispiele geben. Das erste ist ein Beispiel von einer nicht demokratischen Einstellung.

Der Schulleiter von Slough and Eton Church of England School hat Probleme mit Gewalttätigkeiten in seiner Schule. Er nimmt daher an dem Regierungsprogramm für Verhaltensverbesserung teil, und es geht schon etwas besser in der Schule. Die Zeitung The Guardian hat ihn interviewed. 'Wir sind der Meinung,' hat er gesagt, 'dass, um Benehmen zu verbessern, man Selbstachtung verbessern muss.' Da bin ich ganz einverstanden, aber er fuhr weiter. 'Seit lange haben wir Sachen wie zum Beispiel Höflichkeitswochen organisiert. Wir gehen durch die Schule und sagen bitte und danke und wir halten Türen offen für die SchülerInnen - es ist ironisch, etwas scherzhaft, aber deswegen zieht es die Kinder herein.' Er will etwas Gutes tun, aber er glaubt, dass man nur während Höflichkeitswochen bitte und danke zu sagen braucht, und selbst während Höflichkeitswochen ist solches Benehmen nur ironisch. Für ihn können Erwachsene einfach nicht ernsthaft höflich mit Kindern sein.

Und jetzt mein Beispiel vom Gegenteil. Rita Panicker arbeitet mit den Strassenkindern von Delhi, Sie hat eine Organisation begründet, die Butterflies (Schmetterlinge) heisst, wo die Kinder zu Strassenerziehern kommen, und auf den Strassen selbst lernen können. Sie treffen sich auch manchmal gruppenweise, um ihre Probleme zu diskutieren und um Lösungen zu finden.

Der Ruf der Strassenkinder ist sehr schlecht. Sie sollen eine unerträgliche Meute sein, Bettler und Taschendiebe. Ich habe eine Woche bei den Kindern von Butterflies verbracht, und ich weiss, dass dieser Ruf ganz falsch ist, aber das ist die allgemeine Meinung.

Rita Panicker hat mir erzählt, wieviel sie hatte lernen müssen, um das Vertrauen der Kinder zu gewinnen. In Indien, hat sie mir gesagt, 'fragen dich Ältere nie um Rat, sie verkündigen (reden die Älteren einfach, suchen sie nie deine Meinung). Sie sprechen in deiner Richtung (Sie reden dich an), wissen Sie, und daher muss ich mich jeden Tag fragen, "Habe ich die Kinder gefragt? Habe ich gehört, was sie sagten? Oder habe ich nur einen kleinen Teil davon gehört und nachher meine eigene Entscheidungen getroffen?"'

Und in demselben Gespräch hat sie gesagt, 'Wenn ich Worte wie Kinderparlament und so weiter hören, ärgere ich mich. Haben die Kinder wirklich gesagt, dass sie ein Parlament wollten?'

Hoffentlich ist der Unterschied zwischen diesen zwei Einstellungen klar, ohne dass ich versuche, noch etwas dazu zu sagen.

Ich werde jetzt sehr verschiedene Beispiele von Erziehung beschreiben, die für mich trotz der Verschiedenheiten noch echt demokratisch sind. Diese Verschiedenheiten werde ich in fünf Gruppen austeilen - erstens in Bezug auf Lernstunden, zweitens Regeln, drittens Selbstregierung, viertens Strafen und fünftens Schulpflicht.

In Bezug auf Lernstunden, zuerst zwei Beispiele von entgegengesetzten Enden des Spektrums.

In Sudbury Valley, in Massachusetts in den Vereinigten Staaten, kommen sie völlig ohne Schulstunden aus. Wenn man etwas lernen will, muss man entweder allein oder mit Freunden lernen, oder man muss einen älteren Mensch finden, der dabei helfen kann. Ich habe vier Tage dort verbracht, und für hundert fünfzig Schüler habe ich nur folgende Stunden herausgefunden - eine Karate-Stunde, eine Geschichtsstunde, eine Französischstunde mit drei Schülerinnen und eine Sitzung im Labor, in der drei Mädchen unter den Augen einer diplomierten Biologielehrerin ein Eichhörnchen häuteten, um es später auszustöpfen. Die anderen StudentInnen lasen, spielten, malten, arbeiteten oder spielten mit Computers, machten Musik oder sprachen miteinander. Die Begründer glauben, dass man die Entwicklung eines Kindes beschädigt, nicht nur wenn man auf etwas besteht, sondern auch wenn man nur einen Vorschlag macht. Ein Kind weiss, was es braucht, und man soll sich nicht einmischen. Trotz (oder darf ich sagen 'wegen') dieser Einstellung gehen mehr als die Hälfte auf Universitäten.

Und jetzt das Gegenteil, das meiner Meinung nach noch demokratisch ist. Die Doctor Pedro Albizu Campos Puerto Rican High School in Chicago ist in einer Gegend, wo Gangsterbanden mit Schusswaffen kämpfen. Zwölf- und Dreizehnjährige tragen Gewehre und töten einander. Vergewaltigung ist innerhalb der Gangsterbanden alltäglich. In diese Oberschule kommen junge Leute, die dieser Umgebung entkommen wollen. Hier glaubt man, dass eine strenge Struktur notwendig ist, weil es ausserhalb der Schule gar keine Struktur gibt. Es gibt einen tagelangen Stundenplan, und alle müssen an allen Stunden teilnehmen. Was mich erstaunt hat, ist, dass trotz dieser anscheinend unterdrückenden Struktur die Beziehung zwischen Erwachsenen und Studenten ausgezeichnet ist. Ich sah zum Beispiel die Schulleiterin sich mit einem neunzehnjährigen Student in der Halle balgen, und die beiden lachten hellauf und hilflos.

Zwischen diesen zwei Modellen findet man allerlei Variationen.

In Countesthorpe College in England, einer staatlichen Gesamtschule mit vierzehn hundert SchülerInnen, hatte jeder Schüler einen individuellen Lehrplan. (Ich sage 'hatte", weil mitten in den 1970er Jahren hat ein neuer Schulleiter alles auseinandergemacht.) Darauf standen einige normale Lernstunden, aber auch viel Zeit für 'Team time', wo die SchülerInnen ihre eigene Studien mit gelegentlicher Hilfe von einem Team von LehrerInnen führten; dabei verbrachten sie oft ganze Tage ausserhalb der Schule. Ich habe einige Tage in der Schule verbracht. Während meines Besuchs wollte ich die Rolle eines Schülers spielen. Ich nahm teil an einige Schulstunden, und weil die Anderen viel Zeit mit ihren eigenen individuellen Projekten verbrachten, musste ich auch ein Projekt haben. Mein Projekt bestand darin, andere Schüler bei ihrer Arbeit zu interviewen. Ich ging von einem Tisch zum anderen und vermied es, Leute zu unterbrechen, die gerade vollkommen in das vertieft waren, was sie taten. Jeder, mit dem ich sprach, war zufrieden mit der Arbeit, die er oder sie gemacht hatte, und alle sprachen gerne mit mir darüber. Das Niveau war selbst unter den weniger Begabten hoch, und das Ausmass an Arbeit war erstaunlich. Die Jugendlichen hatten offensichtlich an Dingen gearbeitet, die sie wirklich interessierten, und daher hatten sie viel gelernt, und wurden es wahrscheinlich nie vergessen.

 

Happy at School : Demokratische Schule

In den meisten demokratischen Schulen, wo die SchülerInnnen nicht so viel akademische Freiheit haben, und es einen gemeinsamen Lehrplan gibt, haben die SchülerInnen noch das Recht, die Fächer zu wählen, die sie studieren wollen, und oft auch das Recht, eine Klasse zu versäumen, wenn etwas Interessanteres vorkommt. Für die LehrerInnen ist das immer leichter, weil sie unter einem solchen System keine widerwillige SchülerInnen in ihren Klassen kontrollieren müssen.

Stephen Rowland, dessen Buch The Enquiring Clasroom sehr interessant ist, beschreibt darin zwei entgegengesezte Lehrmethoden. Bei der ersten entscheidet der Lehrer, welche Fertigkeiten die Kinder erwerben sollen, und er wählt Aufgaben aus, mit deren Hilfe diese Fertigkeiten entwickelt werden sollen. Die Kinder führen die Aufgaben mehr oder weniger bereitwillig aus, und man nimmt an, dass sie so die damit verbundenenen Fertigkeiten erworben haben. Dann wählt der Lehrer neue Ziele aus und legt neue Aufgaben fest. Bei der zweiten Methode wählt das Kind eine Aktivität aus und verfolgt sie so lange, wie das Interesse andauert, das es motiviert, sich dieser Aufgabe zu widmen. Die Aktivität kann dann zu anderen Aktivitäten führen; sie kann zu einer Auswahl führen, oder sie kann ruhigen Gewissens fallengelassen werden, während das Kind nach etwas Ausschau hält, das direkterer Relevanz für es besitzt. Alle Fähigkeiten, die das Kind erwirbt, werden zufällig erworben. Der Lehrer ist nur als Kollege oder Forschungsassistent präsent; das Kind leitet sein eigenes Lernen an.

Jeder sieht die Risiken, die dieser zweite Ansatz in sich birgt. Vielleicht wird das Kind nie lesen und schreiben, buchstabieren und addieren lernen; vielleicht wird es sich allerlei nötiges Wissen nie beibringen. Die Nachteile des ersten Ansatzes werden weniger bereitwillig anerkannt; oft werden durch die vorgegebenen Übungen nicht die Fertigkeiten entwickelt, die durch sie entwickelt werden sollen; vielleicht werden einige Kinder die Zielsetzung der vorgegebenen Arbeit nicht begreifen, manchmal werden einige Kinder vollkommen davon abgebracht werden, sich mit den Lehrfächern zu beschäftigen, da sie der Überzeugung sind, dass die Themen entweder langweilig und unverständlich sind oder dass sie selbst zu dumm sind, um sie wertzuschätzen.

Sudbury Valley ist rückhaltlos für die freie Wahl. Ich habe viele andere Schulen gesehen, die ihr so halbwegs folgen. In der demokratischen Schule von Hadera in Israel können die Kinder entscheiden, was sie tun wollen, aber es gibt auch einen sehr interessanten Lehrplan, und die meisten wählen mindestens einige Stunden davon. In der Pesta von Rebeca und Mauricio Wild in Ecuador haben die Kinder eine freie Wahl, aber die Wahl nimmt innerhalb einer vorbereiteten Umgebung statt. In Tokyo Shure gibt es einen freiwilligen Lehrplan, der sich jeden Monat ändert, als die SchülerInnen neue Fächer verlangen können.

Die meisten Nachteile, die viele Leute dem freien Systems zuordnen, kommen nicht vor. Alle wollen lesen und schreiben lernen, und viele lernen es ohne Unterricht. Die Nachteile des herkömmlichen Systems sind aber wirklich gefährlich. In einer Schule wie Sands, wo der Lehrplan ziemlich konventionell ist, arbeitet jeder doch für sich selbst und die LehrerInnen wissen, wie die schlechtesten Auswirkungen vermieden werden können. Beide Methoden kann man in demokratischen Schulen finden.

Jetzt geht es um Regeln.

Summerhill und Sudbury Valley sind vielleicht die bekanntesten freien Schulen auf der Welt, und Sudbury Valley ist wirklich extrem in Bezug auf Lernfreiheit, aber in den beiden Schulen gibt es buchstäblich Hunderte von Regeln. Sie werden alle von der Schulversammlung aufgestellt, aber nichtsdestoweniger sind sie Regeln, denen all gehorchen müssen. Trotz dieser Menge an Regeln, fühlen sich die Schüler ganz frei. Wenn man ein Kind fragt, welche Eigenschaft der Schule die Wichtigste ist, wird es fast immer die Freiheit erwähnen.

Die Jugendlichen von der Krätzä haben Summerhill und Sands besucht, und danach diese Frage genau untersucht. Hier zitiere ich von ihrem Bericht über ihre Besuche.

 

Es drängte sich die Frage auf, ob es tatsächlich so viele Regeln [wie in Summerhill] geben muss oder ob oft nicht eher nach 'gesundem Menschenverstand' und den individuellen Bedürfnissen der jeweils Beteiligten entschieden werden kann, nicht zuletzt, weil ja bei Mehrheitsentscheidungen die Bedürfnisse Einzelner bzw. der Minderheit nicht berücksichtigt werden.

Oder ob Selbstverständlichkeiten wirklich per Gesetz geregelt werden müssen. Schulgesetze wie Nummer 109 'Man darf nicht über die Tische im Essenraum laufen,' Nummer 160 'Man darf keine Steine auf Leute werfen' oder Nummer 124 'Man darf nicht mit Keksen im Essenraum rumwerfen' konnten den Effect haben, dass dann alle anderen Fälle auch geregelt werden müssen, weil sonst Schüler über die Tische im Büro laufen, Leute mit Stöcken bewerfen oder die Kekse eben durch den Flur schmeissen. . .

Alle diese Fragen stellten sich noch heftiger beim Vergleich von Summerhill mit der Sands Schule in Ashburton, in der das Leben ohne ein solches Regelwerk und die dazugehörigen Strafen, sondern nur mit innigen mündlich getroffenen Verabredungen hervorragend und in sehr freundlicher und angenehmer Atmosphäre funktioniert.

Beim drüber Reden und Nachdenken ergaben sich einige Überlegungen, die sie möglicherwiese als Antwort eignen, warum die Summerhillians sich genau diese Schulgesetze gegeben haben:

– Ungefähr 25% der Gesetze betreffen Angelegenheiten, die sich aus dem Internatsleben ergeben.

– Die Schüler bewegen sich frei auf dem Schulgelände. Es gibt viele Zeiten und Orte ohne unmittelbare Anwesenheit von Erwachsenen, die zur Not vermitteln oder eingreifen könnten. Das Gesetzeswerk schafft hier Orientierung.

– Zahlreiche Regeln legen fest, was unterschiedliche Altersgruppen dürfen.

– Die Altersspanne der Schüler in Summerhill ist im Gegensatz zu Sands sehr gross. Auch sehr junge Kinder sind dort, die möglicherweise die Folgen bestimmter Handlungen noch nicht übersehen und für die eine klare Regel eine gute Hilfe sein kann.

– Vor allem: Das Leben muss praktisch funktionieren. Es ist in einer Gemeinschaft von 70 bis 80 Menschen nicht möglich – wie es eigentlich wünschenswert wäre und wie es in der Familie oder in kleineren Gruppen eher möglich ist – alles jederzeit mit jedem Einzelnen neu zu verhandeln.

 

 

Als wir Sands School gegründet haben, hat die Schulversammlung entschieden, dass nur zwei Regeln nötig waren - keine Drogen und kein Alkohol. Sonst sollte man sich auf gesunden Menschenverstand verlassen.

Es war natürlich ein Schüler, der diesen Ausdruck erfunden hat; ein Erwachsener hätte nie so etwas gewagt. Am Ende der ersten Woche hatten wir eine dritte Regel - man darf rauchen, aber nur am Ende des Gartens. Jetzt gibt es leider auch in Sands mehrere Regeln – was man tun muss, zum Beispiel, wenn man während des Tages aus der Schule gehen will – aber sie sind meistens eher Erlaubnisse als Verbote. Es gibt, zum Beispiel, eine ganze Reihe von Regeln, wie Wasserschlachten abzulaufen haben.

Jetzt ist die Schule fünfzehn Jahre alt, und es gibt zwei oder drei Seiten von Regeln. Das bedauere ich, aber ich kenne nur sehr kleine Schulen, die wirklich ohne Regeln funktionieren können. Selbst in Familien gibt es oft Regeln – zum Beispiel bei uns zu Hause, wo wir zu zweit wohnen, soll der Koch bzw die Köchin nicht abwaschen. Oder ist das nur ein Brauch? Es ist nicht immer leicht, einen Brauch von einer Regel zu unterscheiden; beiden schränken die Freiheit des Individuellen ein. Bräuche und Regeln findet man aber gewöhnlich in selbst den freiesten Schulen

Meine dritte Frage, die mit Selbstverwaltung zu tun hat, sollte wahrscheinlich die leichteste sein, weil man das Wort 'demokratisch' gewöhnlich in genau dieser Hinsicht braucht. Aber nein, leicht ist es nicht, und die Verschiedenheiten sind auch hier gross.

Nochmal ist Sudbury Valley hier erstaunlich streng. Es gibt ein Buch, Roberts' Rules, das sehr bekannt in den Vereinigten Staaten ist; darin stehen allerlei Regeln, wie man allerlei Versammlungen regeln muss. Es ist kein kleines Buch, und selbst die Sachverständigen müssen oft darin nachschlagen, um irgendein esoterisches Problem zu lösen. Der Vorsitzende soll alles genau nach der Regel steuern; zum Beispiel müssen alle Entscheidungen zweimal in aufeinanderfolgenden wöchentlichen Versammlungen getroffen werden. Für ein Kind geht das sehr langsam, und als ich in einer sogenannten Schulversammlung sass, waren nur ungefähr acht Studenten und acht Personal dabei. Drei Jungen waren zum zweiten Mal gekommen, um Erlaubnis zu bitten, einen Fischtank in der Schule zu haben. Das erste Mal hatten sie dieses Erlaubnis nicht bekommen, weil sie keine Regeln für ihre Gruppe von Fischinteressierten ausgedacht hatten. Dieses Mal ging es auch nicht gut, weil sie ihre Regeln noch nicht hingeschrieben hatten. Demokratisch war es vielleicht, aber hilfreich war die Versammlung nicht.

In Summerhill und in Sands School sind die Versammlungen viel weniger offiziell, und gewöhnlich kommen mehr als die Hälfte von den SchülerInnen und fast alle Personal hin. Es gibt aber einen grossen Unterschied an Macht. In Summerhill kontrolliert die Versammlung alles, das das gesellschäftliche Leben der Kinder betrifft, aber über andere Sachen wie zum Beispiel Finanz und die Einstellung von Personal darf sie nicht entscheiden. Nur die Schulleiterin kann einen Schüler ausschliessen. In der Sands School war die Einstellung oder Ausschliessung von Personal und SchülerInnen die Macht, die die SchülerInnen für die wichtigste hielten. In Sands kann die Versammlung alles entscheiden, obwohl es Ausschüsse gibt, die sich um besondere Sachen kümmern, wie zum Beispiel Finanz oder Werbung.

Butterflies in Delhi ist keine Schule, aber da gibt es auch Versammlungen von Kindern und Jugendlichen. Sie besprechen ihre Probleme, die wirklich schockierend sind; die Polizei schlägt sie, die Standbesitzer wollen sie nicht bezahlen, sexueller Missbrauch kommt oft vor. Um solche Probleme an die Öffentlichkeit zu bringen und um ihre Rechte zu betonen, machen sie Strassentheater, organisieren sie Protestmarsche, geben sie eine Wandzeitung heraus und veranstalten sie Treffen mit Politiker und Journalisten. Obwohl die Zwecke der Versammlungen ganz andere sind, als in Sands und Summerhill, ist die Atmosphäre doch ähnlich.

In Tamariki in Neuseeland, die eine Schule für drei- bis dreizehnjährige ist, haben sie noch eine andere Art Versammlung. Die erste Schulleiterin hat sich geweigert, sich in die Streiterien und Meinungsverschiedenheiten der Kinder einzumischen. Sie mussten ihren eigenen Weg finden, mit solchen Schwierigkeiten fertig zu werden. Wenn sie ein Problem haben, wollen junge Kinder nicht bis die nächste Schulversammlung warten, sie wollen es sofort erledigen. Deswegen haben sie ein System von kleinen Versammlungen erfunden. Wenn ein Streit vorkommt, ruft man sofort eine kleine Versammlung zusammen - vielleicht vier oder fünf Kinder, unter denen ein oder eine Vorsitzende, und diese Gruppe entscheidet, wie man der Streitigkeit ein Ende machen kann. Diese kleinen Versammlungen sind ziemlich formell aber nichts wird aufgeschrieben. Wenn es nicht leicht geht, können sie vielleicht einen Erwachsenen dabei rufen, aber das ist nicht nötig.

Ich habe auch in der demokratischen Schule von Hadera ein Parlament gesehen. In der Schule gibt es mehr als drei hundert SchülerInnen; eine Schulversammlung wäre unmöglich. Statt dessen kommen vielleicht dreissig oder vierzig Leute von verschiedenen Altern zusammen – alle, die sich für die Tagesordnung interessieren. Eltern haben auch das Recht, dabei zu sein, aber sie kommen nur sehr selten. Weil das Parlament in Beziehung auf der ganzen Schule so klein ist, ist es für die meisten SchülerInnen von keiner sehr grossen Bedeutung.

Die Pesta in Ecuador, die Wildschule, würde sich wahrscheinlich sogar nicht als demokratisch bezeichnen. In ihrem Buch, Erziehung zum Sein, hat Rebeca Wild die Beschreibung 'aktive' Schule ausgewählt. Die Merkmale der aktiven Schule sind erstens, dass die Kinder die Möglichkeit haben, auf eigene Faust zu experimentieren, Dinge zu erforschen und zu erleben, und zweitens, dass sie ihren eigenen Interessen nachgehen dürfen und den Anweisungen der Erwachsenen nicht folgen müssen. Die sogennante 'vorbereitete Umgebung,' wo sie den Tag verbringen, wird aber von den Erwachsenen vorbereitet. Es gibt Versammlungen, aber die Kinder können nur in ganz bestimmten Bereichen Entscheidungen treffen. Als die Kinder zum Beispiel um ein Spielzimmer baten, in dem sie Kissenschlachten veranstalten und soviel Unordnung machen konnten, wie sie wollten, wurde ihnen das verweigert.

Happy at School : Demokratische Schule

Obwohl das nicht sehr demokratisch im politischen Sinn ist, gibt es in der Pesta ein Respekt für jedes individuelle Kind, das in meinem Sinn ganz demokratisch ist.

In meiner Erfahrung gibt es also viele verschiedene Arten demokratische Regierung in Schulen. Hier auch gibt es keine endgültige Methode.

Gibt es vielleicht eine allgemeine Meinung in Bezug auf Strafen?

Die meisten Schulen, die Regeln haben, haben auch Strafsysteme für solche, die die Regeln brechen. Dartington Hall School versuchte im Gegenteil Strafen zu vermeiden, und Sands School gleichfalls.

In der Barbara Taylor School in New York sagten sie, dass alle füreinander verantwortlich sind, und ein Misserfolg derjenige der Schule und nicht derjenige des Kindes ist. Deswegen sollte man kein Kind strafen. Die schlimmste Strafe ist Ausschluss, und Ausschluss beraubt Kinder der einzigen Umgebung, die für sie therapeutischen Wert hat.

In der Kleingruppe Lufingen von Jürg Jegge in der Schweiz kamen nur Kinder, die schwere Probleme gehabt hatten, und da gab es weder Regeln noch Strafen.

Im Waisenhaus von Janusz Korczak in Warschau hatten sie ein Strafgesetzbuch. Einmal in der Woche wurden fünf Richter ausgewählt, und sie hatten über die wichtigsten Angelegenheiten zu entscheiden. Sie konnten den Freispruch erwirken oder eine Strafe verhängen. Die schlimmste Strafe war Nummer 1000, und die mildeste Nummer Hundert.

Ich zitiere:

'Wenn die Richter behaupten, dass jemand etwas Böses getan hat und seine Tat unter Nummer 1000 fällt – dann heisst das, dass er 'Unser Haus" verlassen muss.'

Und später - 'Wer Nummer 600 bekommt, der muss an der Tafel öffentlich bekanntgeben, dass er Unrecht getan hat.'

Und schliesslich - 'Nummer 100 ist die geringste Strafe; das Gericht verkündet nur, dass man nicht vergeben kann.'

Nachher schreibt Korczak,'Im Warschauer "Waisenhaus" besteht das Gericht schon seit zwei Jahren, und nur einmal wurde das Urteil nach 1000 und nur zweimal nach 600 verkündet. Denn die Richter sind selbst Kinder und wissen, wie schwer es ist, kein Unrecht zu tun, and sie wissen auch, dass sich jeder bessern kann, wenn er nur will und sich ernstlich bemüht.'

Und David Wills, der verschiedene Schulen für Kinder mit verschiedenen Problemen mitten im letzten Jahrhundert geleitet hat, hat seine Gründe, Bestrafung zu vermeiden, in seinem Buch The Barns Experiment klar ausgelegt.

 

1.Bestrafung stellt einen gemeinen Beweggrund für gutes Benehmen dar.

2. Man has es mit Bestrafung schon versucht, und es ist fehlgeschlagen; beziehungsweise hat man Bestrafung in der Vergangenheit so missbraucht, dass sie jetzt ihren Zweck verfehlt.

3. Sie verhindert das Wachsen einer Beziehung zwischen Personal und Kindern, die wir für nötig halten - eine Beziehung, bei der das Kind empfinden muss, das es geliebt wird.

4. Viele straffällige Kinder (und Erwachsene) suchen Strafe als Mittel, um ihr Schuldgefühl zu lindern.

Aber das ist nicht alles; es gibt noch einen Grund. Wenn der Schuldige für sein Verbrechen gezahlt hat, kann er ein neues mit klarem Gewissen kaufen.

 

Den wichtigsten Grund, aber, hat er anderswo gegeben, und als ich es das gelesen habe, habe ich es nicht gut verstanden. 'Bestrafung,' hat er gesagt, 'verschiebt die Verantwortung auf den Erwachsenen, statt sie beim Kind zu lassen.' Man braucht einen Augenblick, das zu verstehen. Ich wiederhole. 'Bestrafung verschiebt die Verantwortung auf den Erwachsenen, statt sie beim Kind zu lassen.'

Als ich noch in der Sands School arbeitete, hat ein Mädchen mehrmals ziemlich zwecklose und böswillige Diebstahle begangen. Sie hat zum Beispiel die Brille vom Hausmeister geklaut, der ohne Brille fast blind war, und einige Ringe von einem anderen Mädchen gestohlen, für die sie einen gefühlsmässig grossen Wert hatten. Jedesmal wurde die Sache schliesslich klar, aber immer waren die Betroffenen grossmütig und keine Strafe wurde ausgeteilt. Nachdem sie die Schule verlassen hat, habe ich sie auf der Strasse getroffen, und wir haben über die Schule gesprochen. Sie hat mir gesagt, dass wenn sie nicht in Sands gewesen wäre, sässe sie jetzt sicher im Gefängnis.

Wie David Wills würde ich selbst immer Strafen vermeiden, aber ich muss zugeben, dass es möglich ist, dass Strafen in einer politisch demokratischen Schule ausgeteilt werden können. Ich zitiere aber gern die Worte von David Horsburgh, der Neel Bagh, eine kleine Schule auf dem Land in einer armen Gegend von Indien, begründet hat:

'Es werden keine Strafen verhängt, weder als Vergeltung für ein angebliches Vergehen, noch als Abschreckung für ein zukünftiges. Es gibt auch keinen Schulrat, der Strafen verhängt, die der Lehrer nicht selbst austeilen möchte.'

Noch einmal keine Übereinstimmung.

Werden alle wenigstens auf Schulpflicht bestehen?

Nein.

Viele, sogar der freiesten Schulen, bestehen auf Schulpflicht. Unterricht möchte wohl freiwillig sein, aber man muss doch jeden Tag in die Schule kommen. Die Regel ist vielleicht nicht sehr wichtig, weil fast alle SchülerInnen in die Schule kommen wollen, aber die Regel existiert, selbst in Sudbury Valley.

Die Krätzä, die Kinderrächtszänker aus Berlin, behaupten im Gegenteil, dass Schule ein Recht aber keine Pflicht sein soll. Das ist ja schön, aber ich meine, dass, wenn die Schule eine sogenannte demokratische Schule ist, Schulpflicht keine Bedeutung hat, weil die SchülerInnen in der Schule glücklich sind, und immer hinkommen wollen. Ein Schüler von Sands School in England hat folgendes geschrieben. Ich habe ähnliche Meinungen von Schülerinnen in vielen anderen Schulen auch gehört.

 

Die Sands-Schule bedeutet mir sehr viel; hauptsächlich bedeutet sie, Erziehung zu geniessen und sie nicht länger als 'zwanghafte Tortur' anzusehen. Ich bin früher morgens immer aufgewacht und habe mir gesagt: 'Verdammt noch mal! Heute muss ich wieder zur Schule gehen.' Aber jetzt, wo ich in Sands bin, wach ich an einem Montag morgen auf und sage zu jedem, der es hören will: 'Ja! Eine weitere Schulwoche liegt vor mir! Toll!' Ich geniesse es wirklich, dort zu sein.

 

Ein neuer Schüler in Jürg Jegges Kleingruppe Lufingen in der Schweiz hat seine erste Woche so beschrieben:­

 

Ich bin heute die erste Woche wieder in der Schule gewesen. Es ist für mich etwas ganz Neues. Ich habe bis jetzt zehn Schuljahre gehabt, aber noch nie habe ich eine solche Woche erlebt. Für mich war die Schule immer etwas, wo ich mich überhaupt nicht wohl fühlte. Ich hatte richtig Angst vor ihr. Auch wenn ich erst die erste Woche hier bin, fühle ich mich schon ziemlich wohl. Ich spreche zwar wie in allen andern neuen Sachen nur das Nötigste. Auch stört es mich überhaupt nicht, wenn jemand von den Mitschülern sagt: 'Sag doch auch mal was.' Früher hätte ich mich dann am liebsten in den tiefsten Keller verkriechen können. Für mich ist diese Schule so neu, dass ich es gar nicht glauben kann, dass es so etwas gibt. Ich freue mich richtig auf die Schule. Schade ist, dass die Stunden so schnell vergehen.

 

Schulpflicht scheint also, gar nicht nötig zu sein, und ich werde Ihnen zwei Beispiele beschreiben, wo man darauf verzichtet.

Sie haben vielleicht gehört, dass es viele Selbstmörde unter SchülerInnen in Japan gibt, die den Druck als unerträglich erfahren. Tokyo Shure ist eine Schule für Kinder, die sich weigern, in die Regelschule zu gehen. Sie können sie psychologisch nicht aushalten, sie werden krank. Die glücklichsten unter den Schulverweigern kommen in Tokyo Shure an. Sie werden eingeschrieben aber sie haben keine Pflicht, in die Schule zu kommen. Sie ist den ganzen Tag offen, mit einem Stundenplan voll von Fächern und Tätigkeiten, die die Schülerinnen selbst gewählt haben, aber gewöhnlich sind nur so ungefähr die Hälfte der eingeschriebenen SchülerInnen anwesend. Neue SchülerInnen möchten vielleicht nur einmal im Monat dahinkommen, aber es wird ihnen dort gefallen, und bald werden sie öfter und endlich wahrscheinlich jeden Tag kommen. Sie lernen, was sie lernen wollen. Einige gehen in Regelschulen zurück, einige gehen auf die Universität, einige finden ihre eigenen Wege.

In der Tokyo Shure gibt es also keine Schulpflicht. Für die Kinder, die die Strassenerzieher von Butterflies in Delhi besuchen, gibt es sogar eine Art Schulverbot. Sie sind Kinder, die auf den Strassen arbeiten; sie putzen Schuhe, tragen Koffer, sammeln Abfall, helfen Standbesitzern in den Märkten. Sie können ungefähr dreissig Rupies pro Tag bedienen, das heisst knapp genug zum Leben. Einige wohnen noch bei ihren Familien, und werden geschlagen, wenn sie nicht genug Geld nach Hause bringen. Andere wohnen wirklich auf den Strassen, und arbeiten, um zu essen. Und trotz dieser Probleme kommen sie noch zu den Strassenerziehern um zu lernen.

Die Strassenerzieher haben keine Klassenzimmer. Sie kommen mit einem großen Koffer voll Spiele, Hefte, Kreide und Ziegeln, Posters und einige Bücher an bestimmte Orte in Parks oder Märkten, und die Kinder können nehmen, was sie brauchen, und spielen oder lernen. Es kann also gar keinen Stundenplan geben; man kommt, wenn man will, und lernt was und wann man will. Die Straßenerzieher sind da, um zu helfen, nicht um zu zwingen; sie bieten manchmal besondere Tätigkeiten an, zum Beispiel Theatermachen oder Ausflüge, aber alles ist freiwillig. Freiwillig ist eigentlich ein zu schwaches Wort – man kommt nur dahin, wenn man es so herzlich wünscht, daß man riskieren will, dafür geschlagen zu werden.

Als meine Frau Lynette und ich Butterflies in 2001 besuchten, kamen so ungefähr acht hundert Kinder zu den Strassenerziehern. Wenn Kinder lernen wollen, gerade wenn es ein so starkes Lernverbot gibt, brauchen wir sicher keine Schulpflicht.

Happy at School : Demokratische SchuleWenn ich alle diese Schulen als demokratisch bezeichne, ist es möglich, dass das Wort noch irgendeinen Sinn behält? Kann ich wirklich behaupten, dass Schulen demokratisch sein können, wenn sie keine Schulstunden bieten, und wenn alle nach einem normalen Stundenplan studieren müssen? Und wenn man mehr als zwei hundert Regeln hat, oder auch keine? Und wenn die Schulversammlung allerlei verschiedene Machtebene behält? Und wenn die Kinder einander strafen, und wenn nur die Schulleiterin ein Kind ausschliessen darf, und wenn es gar keine Strafen gibt? Und ob man in die Schule gehen muss oder nicht?

Ja, sage ich, und nicht nur, weil 'demokratisch' kein absolutes Konzept ist. Es gibt etwas Absolutes in meinem Konzept, und das ist die absolute Abwesenheit von jedem Status, der vom Alter abhängt.

Ich habe eine schöne Geschichte dazu. Dabei habe ich von einer ganz kurzen Bemerkung von einer Kindergärtnerin sehr viel gelernt.

Meine eigene Kinder waren schon etwas älter, und ich hatte ganz vergessen, dass ein dreijähriges Kind genau so viel Respekt verdient, als irgendein siebzigjähriger Greis. Diese Kindergärtnerin erzählte mir, was in ihrem Tag geschehen war, und sie beschrieb einen kleinen Jungen, den sie bemerkt hatte, der allein sass und traurig aussah. "Ich bin zu ihm gegangen," sagte sie, "um zu versuchen, ein Gespräch anzuknüpfen."

Merken Sie wohl, sie ging nicht zu ihm, um ihm etwas zu tun zu geben, oder um ihn zu ermuntern, mit den anderen zu spielen, oder um herauszufinden, was mit ihm los war. Sie ging sogar nicht um ein Gespräch anzuknüpfen. Sie ging, um zu versuchen, ein Gespräch anzuknüpfen. Da sieht man einen echten und angemessenen Respekt.

So einen Respekt kann man in grossen Staatschulen und in kleinen Privatschulen finden. Kindergärten sowohl als auch Oberschulen können auf dieser Weise demokratisch sein. Da wo man einen strengen Lehrplan hat, da wo alle ihre eigene Projekte machen, da wo es viele Regeln und Strafen oder auch keine gibt, da wo ein mächtiges SchülerInnenparlament besteht, da wo die ganze Umgebung von der Betreuern vorbereitet wird, da wo die Kinder jeden Tag in die Schule kommen müssen und da wo sie frei sind, zu kommen oder wegzubleiben, in allen solchen Schulen ist es möglich für die Erwachsenen, einen richtigen Respekt für die Kinder zu haben.

Und wenn man einen solchen Respekt für Kinder in irgendeiner Schule entdeckt, wenn eine Lehrerin sich einem traurigen dreijährigen Kind annähern könnte, nur um zu versuchen, mit ihm ein Gespräch anzuknüpfen, da hat man echte demokratische Erziehung gefunden.

Also, jetzt die ursprüngliche Frage: Demokratische Schule - (Wie) geht das?

Erste Hälfte: 'Geht das?' 'Ja, zweifellos.'

Zweite Hälfte: 'Wie geht das?' Antwort: 'Auf hunderte von verschiedenen Weisen.' Keine sehr hilfreiche Antwort, aber wenn Sie mir glauben, dass sie nicht nur wünschenswert sondern auch möglich ist, werden Sie hoffentlich ermutigt sein, Ihre eigenen Arten demokratischer Erziehung zu erfinden. Fragen Sie sich nur jeden Abend, wie Rita Panicker von Butterflies, 'Habe ich die Kindern gefragt? Habe ich gehört, was sie sagten? Oder habe ich nur einen kleinen Teil davon gehört und nachher meine eigene Entscheidungen getroffen."